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Meine Wahrheit

Von außen hat mein Leben oft mutig ausgesehen.

In Wahrheit habe ich immer wieder nur dasselbe getan. Ich habe meiner eigenen Stimme mehr geglaubt als den Erwartungen anderer.

Rückblickend wirkt das wie ein Plan. Damals war jeder Schritt nur der nächste.

Aus genau diesen Schritten ist Mut.Macherin entstanden. Jedes Modul habe ich zuerst selbst durchlebt.

Deshalb nehme ich dich mit. Einmal durch mein Leben und damit einmal durch Mut.Macherin.

Einmal durch mein Leben und damit einmal durch Mut.Macherin

Mein Weg.

null // Ankommen.

Ich wusste schon als Kind, wer ich bin.

null // Ankommen.

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Schon zur Schulzeit war mir eine einzige richtige Lösung immer zu wenig. Ich war Stufenschlechteste in Mathe und Stufenbeste in Deutsch und Kunst. Immer gut in allem, was kreative Lösungen zuließ.

Ich war gut, wenn ich frei sein durfte.

Meine Erkenntnis. Ich wusste schon als Kind ganz genau, wer ich bin. Ich musste nur lernen, es zu sehen.

eins // Erwachen.

Etwas sah richtig aus und fühlte sich falsch an.

eins // Erwachen.

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Ich war schon als Teenager Model. Für viele ein Traum, für mich eine Schule des Zweifelns. Zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn. Irgendwann war alles an mir zu viel.

Und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich etwas festhalte, das von außen glänzt und mich von innen kleiner macht. Ich bin gegangen. Das war mein erster Mut.Ausbruch.

Meine Erkenntnis. Seitdem erkenne ich dieses Gefühl sofort wieder. Wenn etwas richtig aussieht und sich falsch anfühlt.

Überall Projektleiterin. Niemals Nathalie.

zwei // Entlarven.

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In Berlin wurde ich Projektleiterin, ohne jede Berufserfahrung. Weil ich im Vorstellungsgespräch gesagt habe, ich habe keine Ahnung, wie das geht, aber ich weiß, dass ich es kann. Sie haben mir geglaubt.

Danach ging es steil nach oben. Und je weiter oben ich war, desto weniger war ich da. Privat war ich in einer extrem missbräuchlichen Beziehung. Von außen sah auch die eine Weile richtig aus.

Meine Erkenntnis. Es gibt Rollen, in die man hineinwächst, bis man sich selbst darin verliert. Und es gibt Menschen, die genau darauf setzen.

drei // Verstehen.

Ich habe ihm das Leben geschenkt. Er mir meines zurück.

drei // Verstehen.

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Dann kam mein Sohn. Und mit ihm die Frage, was für ein Leben ich ihm eigentlich zeigen möchte. Eine Wahl hatte ich am Ende nicht mehr.

Sechs Wochen nach seiner Geburt bin ich gegangen. Ohne Plan, mit zweitausend Euro und ohne jedes Netz. Viele Mütter bleiben für ihre Kinder. Bei uns war es andersherum.

Fünf Jahre unterwegs, ein Rucksack, über dreißig Länder. Übernachtet haben wir manchmal im Bett, manchmal auf der Isomatte. Wir haben unser Zuhause unterwegs gefunden.

Freiheit wurde mein Luxus.

Es war nicht eine Hand. Es waren Hunderte.

vier // Erinnern.

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Im Januar 2020 wurde der Ruf nach Thailand immer stärker. Alle sagten mir, ich solle in Deutschland bleiben, dort sei ich sicher. Ich habe das anders gespürt und bin losgezogen.

Dann bekam mein Sohn schlagartig hohes Fieber. Dengue. In dieser Nacht habe ich mich von ihm verabschiedet. Am nächsten Morgen konnten wir verlegt werden, weil ich das Privileg einer Krankenversicherung habe.

In dem Moment, in dem mein Kind in Sicherheit war, bin ich selbst zusammengebrochen. Auch ich hatte Dengue. Mein System hatte genau so lange gehalten, wie es musste. Zwei Wochen meines Lebens fehlen mir bis heute.

In dieser Zeit hat meine Community einen Crowdfunder für uns eingerichtet. Sie haben uns die Zeit geschenkt, gesund zu werden, ohne die finanzielle Last allein tragen zu müssen.

Meine Erkenntnis. So fühlt sich also Verbundenheit an.

fünf // Entdecken. Heimkehr.

Karibu Tanzania.

fünf // Entdecken. Heimkehr.

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Irgendwann stand im Raum, dass Thailand keine Visa mehr verlängert. Also habe ich die Frage in meine Community gestellt. Eine Followerin, mit der ich nie zuvor Kontakt hatte, schrieb zwei Worte. Karibu Tanzania.

Ich kannte das Land nicht. Ich habe mein Bauchgefühl gefragt, und es hat ja gesagt. Dann standen wir dort und sind Hals über Kopf in eine völlig neue Kultur gestolpert.

Ich wollte für ein paar Wochen nach Sansibar, bis ich einen neuen Plan hätte. Diesen Plan habe ich nie gemacht. Kurz darauf habe ich Alvin kennengelernt.

Meine Erkenntnis. Meine Pläne haben nie funktioniert. Stattdessen ist immer etwas anderes passiert, und meistens war es schöner.

fünf // Entdecken. Aufbruch.

Tausend Quadratmeter Dschungel, ohne Straße.

fünf // Entdecken. Aufbruch.

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Kurz darauf bot man mir ein Grundstück an. Tausend Quadratmeter Dschungel, ohne Straße, voller Schlangen. Betreten konnte ich es nicht einmal. Ich habe mein letztes Geld hineingesteckt, einfach weil ich diesem Ruf gefolgt bin. Einen Plan hatte ich keinen.

Den hatten andere. Frauen, die mir folgten, fingen an zu fragen, ob ich dort nicht ein Gästehaus bauen könnte. Damit sie mich besuchen kommen können. Ich hatte das nie gedacht. Sie schon.

Weil ich kein Geld dafür hatte, habe ich gefragt. Für je fünfzig Euro gab es einen Gutschein über eine Nacht. In einem Haus, das es noch nicht gab. Sie sind trotzdem in Vorleistung gegangen. So wurden die Frauen, die als Erste an mich geglaubt haben, später meine allerersten Gäste.

In dieser Zeit haben wir zwei Fehlgeburten verkraften müssen. Zwei Kinder, auf die wir uns gefreut hatten und die nicht geblieben sind.

Dann kam mein zweiter Sohn. Er kam in einem Planschbecken in unserem Wohnzimmer zur Welt, begleitet von zwei männlichen Hebammen. Als es losging, haben wir die beiden stundenlang nicht erreicht. Die halbe Geburt standen wir allein durch.

Aus der Frau, die dachte, sie bleibt für immer allein, war eine zweifache Mutter geworden.

sechs // Wagen.

Schwäbische Pippi Langstrumpf.

sechs // Wagen.

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Gebaut habe ich ohne Architekt, ohne Ausbildung, ohne jede Erfahrung. Ich habe alles selbst gestaltet.

Derselbe Satz wie damals in Berlin. Ich habe keine Ahnung, wie das geht, aber ich weiß, dass ich es kann.

Ich habe ausprobiert. Was gut war, blieb stehen. Was schlecht war, habe ich wieder abgerissen. Nachts habe ich geschrieben, tagsüber war ich mit den Kindern auf der Baustelle. So habe ich mir mein Luftschloss selbst gebaut. Mit ihrem Rückenwind.

Meine Erkenntnis. Niemand wartet darauf, dass man bereit ist. Man fängt an, und das Können kommt unterwegs.

sieben // Verbinden.

Heute lebe ich von dem, woran ich glaube.

sieben // Verbinden.

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Nach sechs Jahren Sansibar wurde mir das Leben wieder zu klein. Ich kannte dieses Gefühl inzwischen gut. Wenn etwas von außen richtig aussieht und sich von innen falsch anfühlt.

Also habe ich alles hinter mir gelassen. Oman, Thailand, Vietnam, Kambodscha. Und dann Indonesien. Ein Neuanfang mit zwei Kindern.

Heute lebe ich von dem, woran ich glaube. Das ist die freieste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

Nichts davon fühlt sich mutig an. Es fühlt sich richtig an.

∞ // DU.

Zurück zu der Frau, die du sowieso schon bist.

∞ // DU.

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Vor Kurzem lag mein Jüngster in Malaysia im Krankenhaus. Und ich konnte bei ihm sein, ihn tragen und begleiten, ohne mich dabei selbst zu verlieren.

Das war keine Stärke. Das war die Erkenntnis, dass ich bei mir bleiben kann. Und weil mein Inneres stabil war, konnte ich im Außen für ihn da sein.

Diese Stabilität gilt oft als etwas, das eine Frau entweder hat oder eben nicht. Ich glaube das nicht. Sie liegt längst in dir. Meistens nur unter ein paar Schichten, die dir jemand anderes übergezogen hat.

Genau dorthin führt Mut.Macherin.

Ohne Überschrift.

Nicht alles passt in eine Form.

Ohne Überschrift.

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Ich habe mich nie in eine Form pressen lassen. Deshalb gibt es auch Kapitel in meinem Leben, für die es keine Überschrift gibt.

Manche Dinge stehen einfach da und wollen nicht eingeordnet werden.

Privilegien

Ich möchte meine Stimme nutzen.

Ich werde nicht müde, sie auszusprechen.

Mein deutscher Pass, der mir Grenzen öffnet, an denen andere umkehren müssen. Meine Krankenversicherung, die einspringt, wenn wir schwach sind und Hilfe brauchen. Meine Sprache. Meine Bildung. Meine Talente, die mir vieles ermöglichen, wofür andere doppelt so weit gehen müssen.

Und ein Netz aus Menschen, das mich auffängt, wenn ich falle.

In dieser Welt werden viel zu wenige Menschen mitgedacht. Niemand muss sich für seine Privilegien schämen. Wer eine Stimme hat, sollte sie trotzdem für die erheben, die keine haben.

Genau das versuche ich. Hier, auf Instagram, und in allem, was ich schreibe.

Warum ich dir das alles erzähle

Weil nichts davon Mut war.

Nicht, als ich mittendrin steckte. Da war jeder Schritt einfach nur der nächste, und meistens hatte ich keine Ahnung, ob er richtig ist.

Mut war immer nur das Wort, das andere dafür gefunden haben.

Und dorthin führt dieser Weg auch dich. Zurück zu der Frau, die du sowieso schon bist.